#5 Facts über die Liebe und die Ehe

Fotograf: Richard Wesner (http://www.richardwesnerphotography.de)

Der heutige Blogbeitrag hat einen kleinen, großen Inspirationsschub mitbekommen. Denn heute ist mein eigener, unser Hochzeitstag. Ich erinnere mich gerne daran zurück. Während das Wetter heute trüb und regnerisch ist, hatten wir am 10.06.2016 strahlenden Sonnenschein. Wir waren entspannt, glücklich, quirlig und voller Vorfreude. Es war der Tag, an dem ich ab sofort einen neuen Namen tragen sollte. Die Unterschrift dazu übte ich am Abend zuvor in einer verrauchten Bar bei einem Bier im Kreise unserer Clique. Ja, aus dem einstigen Fitnesstrainer und der Studentin wird ein Ehepaar werden. Doch waren wir überhaupt schon bereit dazu? 

Mein heutiger Text soll Mut schaffen. Mut für all diejenigen, die sich auf das Abenteuer der Ehe einlassen, aber auch für all diejenigen, die an der Existenz und der Berechtigung der Ehe zweifeln.  Ich möchte mich aber auch den Mythen der Ehe widmen und warum wir nicht gleich das Handtuch schmeißen sollten, wenn es unbequem wird. Wir waren damals young, wild and free und stürzten uns mit unseren 23 und 25 Jahren in die Verantwortung. Und ja: wir hätten keine bessere Entscheidung für unser Leben treffen können.

#Ehe-Fakt No.1 : Du bist nicht (mehr) allein

Ja, wenn die Ehe amtlich ist und das Brautpaar das Standesamt verlässt ist es offiziell: Ab jetzt sind beide vor dem Staat verbunden. Das gilt nicht nur für die Steuererklärung, die Geburt eines Kindes oder Schweigepflichtentbindung vor dem Arzt. Das gilt vor allem auch für sich selbst. Für mich war es damals ein Lernprozess, zu erkennen, dass ich eben nicht mehr alle Entscheidungen im Alleingang treffen konnte (und ja ich ertappe mich auch heute noch oft genug dabei, dass ich es immer noch tue). Man ist nicht mehr alleine, sondern trägt ab dem Moment der Unterschrift eine Verantwortung für den anderen. 

#Ehe-Fakt No.2 : Ihr tragt einander Verantwortung

Ich weiß nicht, was du mit dem Wort Verantwortung verbindest. Für den einen ist es vielleicht ein Gefühl des ich-kann-den-anderen-beschützen oder ich-werde-beschützt. Für manch eine oder einen bedeutet es vielleicht auch inneren Druck. Fragen kommen auf etwa wie „ich kann für mich selbst nur schwer Verantwortung übernehmen, wie soll ich das für den anderen tun?“ Und hier kommt einer der essentiellen Dinge, die man in einer funktionierenden Ehe tun muss (!): REDEN. 

Redet über eure Vorstellungen der Ehe, über eure Vorstellungen von Treue, beschreibt eure Bedürfnisse, die ihr braucht, damit ihr euch geliebt, geschätzt und geborgen fühlen könnt. Erklärt dem anderen was er tun kann, um euch glücklich zu machen. Und streicht den Satz aus dem Kopf, dass er oder sie das ja selbst wissen müsse. Das ist ein Mythos, den Hollywood erschaffen hat. Euer Partner kann nur dann wissen, was er oder sie tun kann, um euch glücklich zu machen, wenn ihr es ihm sagt.

#Ehe-Fakt No.3 : Erschafft euer Leitbild

An diesem Punkt stehen auch wir gerade. Wir haben schon viel über unsere Vorstellungen der Ehe geredet. Wir haben auch vor kurzem erst einige Dinge im Ofen verbrannt, weil wir festgestellt hatten, dass wir mit manchen Ansichten auf dem Holzweg waren. Auch das ist Teil des Entwicklungsprozesses und unglaublich wichtig. Ein Leitbild für eine Partnerschaft ist dasselbe wie das Leitbild einer Firma. Schreibt hier alles nieder, was ihr im #Ehe-Fakt No.2 aufgeschrieben habt. Ergänzt neben euren Vorstellungen und Bedürfnissen eure Wünsche, Träume und Visionen. Gestaltet gemeinsam eine Collage, erstellt einen Mini-Film oder gestaltet ein klassisches Leitbild. Das Wichtige ist, dass ihr es umsetzt und euch nicht vor falschem Perfektionismus versteckt. 

#Ehe-Fakt No. 4: Mut zur Veränderung

Ja, eine Partnerschaft verändert uns. Das Leben verändert uns. Eine Ehe verändert uns umso mehr. Wir sind kein geschriebenes Blatt, sondern wir schreiben unsere Geschichte jeden Tag. Wir lernen dazu, wir machen Erfahrungen, wir erleben Schicksalsschläge, erleben Erfolge, meistern Herausforderungen oder wachsen über uns hinaus. All die Dinge teilen wir mit unserem Ehepartner. Manchmal (und insbesondere ich kann da ein Lied von singen), beeinflussen uns unsere Umstände so sehr, dass wir uns persönlich verändern und damit auch die Ehe beeinflusst wird. Das ist wertvoll, wenn es positive Beeinflussungen und Veränderungen sind, aber umso gefährlicher, wenn es sich um negative Einflüsse handelt. Euer Partner ist der engste Vertraute. Er oder sie sieht, wenn ihr euch verändert und es liegt in seiner Aufgabe, euch diese Veränderung mitzuteilen. Wenn der Partner in Liebe ist und nicht in negativen Emotionen wie Neid, Eifersucht oder Missgunst, dann solltet ihr dieses Feedback ernst nehmen. Nehmt war, dass ihr euch verändern müsst, aber nehmt ebenfalls wahr, wenn ihr euch in eine falsche Richtung bewegt. Redet miteinander, überprüft euer Leitbild und übernehmt die Verantwortung für euer Handeln.

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#Ehe-Fakt No.5 : Die Macht der Ehe

Ja ich schreibe es in aller Deutlichkeit, weil wir uns schon oft darüber unterhalten haben. Um uns herum gehen Beziehungen und Ehen kaputt und einer der Hauptgründe dafür ist, dass man vergessen hat, welchen Schwur man sich selbst und dem anderen geleistet hat. 

„In guten wie in schlechten Tagen“ ist nicht nur ein flapsiger Spruch, der für die nötige Dramatik im Rahmen einer Trauung sorgt. Dieser Spruch ist ein Versprechen dafür, dass man sich festhält, wenn man fällt. Man fällt gemeinsam. Man steht gemeinsam auf. Aufgeben ist keine Option (oder wenn, dann nur in Extremfällen, wenn das körperliche, seelische oder Kindeswohl gefährdet ist). Eine Ehe hält das aus. Denn dafür ist sie geschaffen worden. Sie ist als das heiligste Versprechen geschaffen worden, dass uns verspricht: Selbst wenn alles um uns herum den Bach runter geht, dann haben wir uns. Selbst wenn die Erde auseinander bricht, haben wir uns. Nichts und niemand wird diesen Bund zerstören können. Denn dieser Bund ist fester als Stahl. 

Seid euch dieser Macht dieses Versprechens bewusst und bleibt im Vertrauen, dass die Ehe euch retten wird auch wenn ihr schwach werdet. Das ist ihre Aufgabe. Ihr müsst ihr nur all euer Vertrauen schenken und bereit sein euch verändern zu lassen. Und wenn ihr zweifelt, strauchelt, voller Angst seid oder nicht mehr weiter wisst, dann lest diesen Text miteinander und lasst euch von dem Wort und der Kraft des Geheimnisses erfüllen.

Auszug aus dem Hohelied der Liebe:

Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen,[2] sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. 5 Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. 6 Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. 7 Liebe nimmt alles auf sich,[3] sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende. 8 Die Liebe wird niemals vergehen. (1.Korinther 13,4-7)

Bleibt in Liebe,

Anni

Bewertung: 5 von 5.

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Am Ende wird alles gut…

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und ist es nicht gut, ist es noch nicht das Ende!

Es ist eines meiner absoluten Lieblingszitate, ja ich könnte sogar behaupten, dass es sogar zu etwas wie meinem Lebensmotto geworden ist. Das Thema des heutigen Tages ist so komplex, emotional und persönlich, dass ich es gar nicht in Schriftform mit euch teilen möchte.

Daher habe ich mich zu einer ganz besonderen Podcastfolge entschlossen und hoffe, dass sie euch gefällt. ❤

PS: Wer einmal einen Elefantenrüssel auf dem Kopf hatte, dem wird ewiges Glück versprochen. 😉

Wer bin ich? Wo will ich hin?

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Ich hatte ja in meinem letzten Artikel angekündigt, dass ihr heute einen Schreibblock inkl. Stift brauchen werdet. Meiner liegt ebenfalls neben mir bereit. Auch wenn man bekanntlich sonntags nicht arbeiten soll, ist das für mich doch irgendwie der Tag, an dem ich runterfahre und Platz für neue Ideen schaffe. Am liebsten setze ich mich nach einer gedrehten Joggingrunde an den Esstisch und lege los – so wie heute.

„Kein Weg ohne Ziel.“

Das es gut ist, wenn man sich Ziele im Leben setzt, haben uns unsere Eltern schon mit auf den Weg gegeben. „Lerne für den nächsten Test, dann schreibst du auch eine bessere Note.“ Sätze wie diese hingen uns zu den Ohren heraus und doch haben unsere Eltern im Kern Recht gehabt.

Ich gehörte zu den Kindern, die schon verdammt früh wussten, was sie wollten. Der absolute Traum meiner Kindheit war es, Ärztin zu werden. Ärztin, am besten Notärztin, Frau Dr.Anne! Daher war ich ziemlich ehrgeizig, strengte mich in der Schule an, denn ich wusste, dass ich einmal das Abitur brauchen würde, um Medizin studieren zu können. Als ich durch Zufall in das Jugendrotkreuz kam, wo ich schon früh die stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und Druckverbände kennenlernte, wurde meine Motivation nur noch mehr gestärkt. Damals war ich 9 Jahre alt.

Ich schaffte es tatsächlich in die Goetheschule, das einzige Gymnasium unserer Kleinstadt Einbeck, das ich aufgrund der Architektur schon wahnsinnig liebte. Ich wählte selbstverständlich Latein – dachte mir, dass das als Medizinerin ja nicht schaden könnte. Und sah mich schon im weißen Kittel über die Gänge flitzen. Soweit so gut.

In der 9.Klasse stand dann das BOGY vor der Tür. Berufsorientiertes Praktikum oder so ähnlich. Es sollte die erste Eintrittskarte in die Arbeitswelt werden und für mich war klar, wo ich hinwollte: Ins Krankenhaus! Ich erhielt tatsächlich einen Platz im städtischen Klinikum auf der Kinderintensivstation. Das werde ich nie vergessen. Vor allem nicht, weil mein Praktikum nach ganzen 57 Minuten und 13 Sekunden schon wieder vorbei gewesen ist. Aus war der Traum für mich als Ärztin, ich wollte nie wieder etwas davon wissen!

Was war passiert?

Bei einer Blutabnahme eines Kleinkindes war ich ohnmächtig geworden. Ich konnte dieses herzzerreißende Geweine nicht ertragen, noch dazu roch es überall widerlich nach Desinfektionsmittel. Gruseliger Ort. Mein Bewusstsein verabschiedete sich und wenig später landete ich dann in einem der Betten auf der Station. Es war zum heulen und ich war noch nie so am Boden zerstört wie an diesem Tag…

Seitdem war mir dann auch die Schule egaler geworden. Mein Ziel war weg. Bis zu meinem Abitur und danach überlegte ich, was ich einmal werden wollen würde. Nichts, wirklich gar nichts, kam an die Passion für die Medizin heran, doch der Gedanke, jemals wieder einen Schritt in ein Krankenhaus zu setzen, ekelte mich.

Irgendwann, ich weiß nicht, ob es Zufall oder Schicksal war, stieß ich auf das Studium der Ernährungswissenschaft. Ich las mir die Studienbeschreibung durch, las, dass es ganz viele Themen aus der theoretischen Medizin gab wie Anatomie und Physiologie und da war sie – die Verbindung! Check, ich hatte es gefunden! Und so landete ich in Hohenheim, wo ich erfolgreich mein Studium abschloss.

Ich lernte zwei wesentliche Dinge aus dieser Geschichte:

  1. Wenn du ein Ziel hast, für das du wirklich brennst, bist du bereit, alles dafür zu tun! Egal wie alt du bist!
  2. Wenn du KEIN Ziel (mehr) hast, lässt du dem Weg seinen Lauf. Du baust nicht selbst die Straße, sondern lässt sie bauen. Mit verschlossenen Augen. Und am Ende wunderst du dich, was da für ein Mist entstanden ist…

Für mich sind Ziele somit ein Grundgerüst im Leben. Ohne Ziele würde ich sinnlos durch die Gegend irren. Und alles, wirklich ALLES was ich bisher erreicht habe, basierte auf einer Vorstellung, einem Ziel vor meinem Auge. Vielleicht sah das manchmal ein bisschen anders aus wie das, was letzten Endes rausgekommen ist, aber das macht ja nichts. Wichtig ist, DAS etwas entstanden ist.

Nun zu Dir und deinem Schreibblock. Ich möchte, dass du dir selbst bitte drei Fragen notierst und im Laufe der nächsten Stunde beantwortest:

  1. Was war mein Kindheitstraum? Wofür habe ich wirklich gebrannt?
  2. Wo stehst du heute? Siehst du Parallelen zu deinem Traum und deinem heutigen Leben? Wie geht es dir dabei?
  3. Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest und du nochmal 8 Jahre alt wärst, für welchen Werdegang würdest du dich entscheiden?

Du sollst heute nicht dein Ziel finden, aber du sollst dich heute auf den Weg machen, es zu suchen!

Einen wunderbaren restlichen Sonntag,

Eure Anne