Am Ende wird alles gut…

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und ist es nicht gut, ist es noch nicht das Ende!

Es ist eines meiner absoluten Lieblingszitate, ja ich könnte sogar behaupten, dass es sogar zu etwas wie meinem Lebensmotto geworden ist. Das Thema des heutigen Tages ist so komplex, emotional und persönlich, dass ich es gar nicht in Schriftform mit euch teilen möchte.

Daher habe ich mich zu einer ganz besonderen Podcastfolge entschlossen und hoffe, dass sie euch gefällt. ❤

PS: Wer einmal einen Elefantenrüssel auf dem Kopf hatte, dem wird ewiges Glück versprochen. 😉

Alte Talente neu entdeckt

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Ich hoffe, ihr seid genauso gut in diese Woche gestartet wie ich. Ich habe beschlossen, dieser auch einen Namen zu geben: Die Woche der neu entdeckten (alten) Talente.

Talente schlummern in jedem von uns. Und sie sind genauso vielfältig und bunt wie der Besitzer. Als Kind musste ich ein bisschen suchen, denn meine Talente lagen wohl in etwas anderen Bereichen wie die der anderen Kinder. Das ist mir besonders immer im Sportunterricht aufgefallen. Sobald es hieß „wir turnen heute“ wollte ich die Flucht ergreifen. SOFORT WEG. Turnen…fand ich immer schrecklich und werde ich immer schrecklich finden. Heute kann ich darüber lachen, dass meine Mutter mit mir extra in eine Sporthalle gehen musste, um die Vorwärtsrolle zu üben – früher fand ich das überhaupt nicht witzig… Ich schien so talentfrei in Sachen Sport zu sein, wie man nur sein kann. Das bewies ich immer wieder aufs Neue, als ich mir beim Handstand abrollen das Knie mehrere Male gegen die Nase schlug.

Der Sportunterricht war für einige Schüler DIE Plattform, wo sie zeigen konnten, was sie können. Plötzlich war der 5er Kandidat das Sportass und der Nerd der Letzte, der auf der Bank saß und wartete, dass er in ein Team gewählt wurde (z.B. ich 😀 ).

Als Kind kann man das noch nicht wirklich differenzieren, dass es Talente oder eben plakativ Schulfächer sind, die den einen Kindern mehr liegen und den anderen weniger. In der Schule muss man in allem gut sein. Das System verlangt es so. Und eine 4 ist der Beweis, dass man gerade noch damit durchkommt. Was machen Schüler also? Sie fokussieren sich auf die 4 im Zeugnis, nehmen Nachhilfe in Mathe (oder Sport, Rolle vorwärts üben und so 😀 ) und versuchen mit ach und krach sich zu verbessern. Später werden uns dann die Fächer im Kopf bleiben, in denen wir keine Genies gewesen sind, aber unsere Talente und Stärken, die wir haben, vergessen wir. Dabei liegt gerade hier das Potential.

Ein anderes Beispiel: Ich singe ja, seitdem ich 13 Jahre alt bin. Hatte jahrelang Gesangsunterricht und habe vereinzelt auf Bühnen gesungen. Fast immer im Vergleich mit anderen Schülern. Ein Ereignis bleibt mir besonders im Kopf, als ich ein Lied performte (Maria Mena – Just hold me), dass damals eine echte Herausforderung für mich gewesen ist. Dieses Lied sang ich nicht allein, sondern im Duett mit einer hervorragenden Sängerin. Ihr könnt Euch vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, wie der absolute Vollhorst. Dieses Erlebnis setzte sich fest, sodass ich auf das Singen schon keine Lust mehr hatte und glaubte, ich hätte dafür kein Talent. Ein Glück, dass der Knoten irgendwann geplatzt ist, sonst hätte ich jetzt das wunderschönste Hobby der Welt nicht für mich entdeckt.

Aus Talent wird Leidenschaft

Bleiben wir beim Singen. Früher war es ein Graus für mich auf der Bühne zu stehen, heute singe ich bei jeder Gelegenheit (an alle Hochzeitswilligen – ich hab noch ein paar Termine frei 😛 > mail me ). Es tut gut zu wissen, wo die eigenen Stärken liegen, was man kann und vor allem: Womit man sich selber eine Freude machen kann! Für mich gibt es nichts Schöneres als ein leeres Haus, ein Mikrofon und meinen Laptop – it’s showtime babe!

Leidenschaft ist eine ganz wichtige Sache im Leben. Ohne Leidenschaft fehlt der Antrieb und der Sinn. Die Frage „wofür mache ich das eigentlich“ stellt sich nicht mehr. Ich mache es für mich. So ist es auch mit meinem Job. Ich mache die Aufträge natürlich auch aus finanziellen Gründen, klar, wer nicht. Aber ich genieße es, sagen zu können, dass ich das, was ich tue, aus Leidenschaft mache.

Ein Luxus , den ich jedem von Euch nur wärmstens empfehlen kann. Es erfordert Arbeit und ein vielleicht auch längeres Suchen, aber es lohnt sich!

Geht mal zurück zu euren Ursprüngen, eurer Kindheit, eure Schulzeit. Vielleicht werdet ihr schon bald fündig werden! 😉



Wer bin ich? Wo will ich hin?

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Ich hatte ja in meinem letzten Artikel angekündigt, dass ihr heute einen Schreibblock inkl. Stift brauchen werdet. Meiner liegt ebenfalls neben mir bereit. Auch wenn man bekanntlich sonntags nicht arbeiten soll, ist das für mich doch irgendwie der Tag, an dem ich runterfahre und Platz für neue Ideen schaffe. Am liebsten setze ich mich nach einer gedrehten Joggingrunde an den Esstisch und lege los – so wie heute.

„Kein Weg ohne Ziel.“

Das es gut ist, wenn man sich Ziele im Leben setzt, haben uns unsere Eltern schon mit auf den Weg gegeben. „Lerne für den nächsten Test, dann schreibst du auch eine bessere Note.“ Sätze wie diese hingen uns zu den Ohren heraus und doch haben unsere Eltern im Kern Recht gehabt.

Ich gehörte zu den Kindern, die schon verdammt früh wussten, was sie wollten. Der absolute Traum meiner Kindheit war es, Ärztin zu werden. Ärztin, am besten Notärztin, Frau Dr.Anne! Daher war ich ziemlich ehrgeizig, strengte mich in der Schule an, denn ich wusste, dass ich einmal das Abitur brauchen würde, um Medizin studieren zu können. Als ich durch Zufall in das Jugendrotkreuz kam, wo ich schon früh die stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und Druckverbände kennenlernte, wurde meine Motivation nur noch mehr gestärkt. Damals war ich 9 Jahre alt.

Ich schaffte es tatsächlich in die Goetheschule, das einzige Gymnasium unserer Kleinstadt Einbeck, das ich aufgrund der Architektur schon wahnsinnig liebte. Ich wählte selbstverständlich Latein – dachte mir, dass das als Medizinerin ja nicht schaden könnte. Und sah mich schon im weißen Kittel über die Gänge flitzen. Soweit so gut.

In der 9.Klasse stand dann das BOGY vor der Tür. Berufsorientiertes Praktikum oder so ähnlich. Es sollte die erste Eintrittskarte in die Arbeitswelt werden und für mich war klar, wo ich hinwollte: Ins Krankenhaus! Ich erhielt tatsächlich einen Platz im städtischen Klinikum auf der Kinderintensivstation. Das werde ich nie vergessen. Vor allem nicht, weil mein Praktikum nach ganzen 57 Minuten und 13 Sekunden schon wieder vorbei gewesen ist. Aus war der Traum für mich als Ärztin, ich wollte nie wieder etwas davon wissen!

Was war passiert?

Bei einer Blutabnahme eines Kleinkindes war ich ohnmächtig geworden. Ich konnte dieses herzzerreißende Geweine nicht ertragen, noch dazu roch es überall widerlich nach Desinfektionsmittel. Gruseliger Ort. Mein Bewusstsein verabschiedete sich und wenig später landete ich dann in einem der Betten auf der Station. Es war zum heulen und ich war noch nie so am Boden zerstört wie an diesem Tag…

Seitdem war mir dann auch die Schule egaler geworden. Mein Ziel war weg. Bis zu meinem Abitur und danach überlegte ich, was ich einmal werden wollen würde. Nichts, wirklich gar nichts, kam an die Passion für die Medizin heran, doch der Gedanke, jemals wieder einen Schritt in ein Krankenhaus zu setzen, ekelte mich.

Irgendwann, ich weiß nicht, ob es Zufall oder Schicksal war, stieß ich auf das Studium der Ernährungswissenschaft. Ich las mir die Studienbeschreibung durch, las, dass es ganz viele Themen aus der theoretischen Medizin gab wie Anatomie und Physiologie und da war sie – die Verbindung! Check, ich hatte es gefunden! Und so landete ich in Hohenheim, wo ich erfolgreich mein Studium abschloss.

Ich lernte zwei wesentliche Dinge aus dieser Geschichte:

  1. Wenn du ein Ziel hast, für das du wirklich brennst, bist du bereit, alles dafür zu tun! Egal wie alt du bist!
  2. Wenn du KEIN Ziel (mehr) hast, lässt du dem Weg seinen Lauf. Du baust nicht selbst die Straße, sondern lässt sie bauen. Mit verschlossenen Augen. Und am Ende wunderst du dich, was da für ein Mist entstanden ist…

Für mich sind Ziele somit ein Grundgerüst im Leben. Ohne Ziele würde ich sinnlos durch die Gegend irren. Und alles, wirklich ALLES was ich bisher erreicht habe, basierte auf einer Vorstellung, einem Ziel vor meinem Auge. Vielleicht sah das manchmal ein bisschen anders aus wie das, was letzten Endes rausgekommen ist, aber das macht ja nichts. Wichtig ist, DAS etwas entstanden ist.

Nun zu Dir und deinem Schreibblock. Ich möchte, dass du dir selbst bitte drei Fragen notierst und im Laufe der nächsten Stunde beantwortest:

  1. Was war mein Kindheitstraum? Wofür habe ich wirklich gebrannt?
  2. Wo stehst du heute? Siehst du Parallelen zu deinem Traum und deinem heutigen Leben? Wie geht es dir dabei?
  3. Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest und du nochmal 8 Jahre alt wärst, für welchen Werdegang würdest du dich entscheiden?

Du sollst heute nicht dein Ziel finden, aber du sollst dich heute auf den Weg machen, es zu suchen!

Einen wunderbaren restlichen Sonntag,

Eure Anne