Am Ende wird alles gut…

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und ist es nicht gut, ist es noch nicht das Ende!

Es ist eines meiner absoluten Lieblingszitate, ja ich könnte sogar behaupten, dass es sogar zu etwas wie meinem Lebensmotto geworden ist. Das Thema des heutigen Tages ist so komplex, emotional und persönlich, dass ich es gar nicht in Schriftform mit euch teilen möchte.

Daher habe ich mich zu einer ganz besonderen Podcastfolge entschlossen und hoffe, dass sie euch gefällt. ❤

PS: Wer einmal einen Elefantenrüssel auf dem Kopf hatte, dem wird ewiges Glück versprochen. 😉

Die wertvollste Erfahrung meines Lebens

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Ich möchte Euch heute zu einer ganz besonderen Reise mitnehmen. Es geht um meine Zeit in Indien, als ich im Rahmen eines Weltwärts-Freiwilligendienstes nach dem Abitur meine Koffer gepackt hatte und losgezogen bin.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nie nichts tun kann. Dinge zu erschaffen, Neues auszuprobieren, Ideen umzusetzen ist eines der Kernelemente, die mich als Mensch ausmachen. Man könnte es Arbeit nennen – mache ich aber nicht. Arbeit ist für mich keine Arbeit in dem Sinne, sondern es ist eine Erfüllung. Die Erfüllung von dem Bedürfnis das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Ich bin damals mit 19 Jahren von Zuhause aufgebrochen, um acht Monate in einem Slum einer Millionenmetropole im Süden Indiens zu arbeiten. Diese Erfahrung war eine der wertvollsten, die ich bisher je in meinem Leben machen durfte, denn ich habe das erste Mal erfahren, was Schöpferkraft tatsächlich bedeutet. Aus dem tiefsten Heimweh und dem Wunsch, nach Hause zurückzukehren ist die Idee entstanden, die restliche Zeit vor Ort in Indien zu nutzen. Meine Devise war : Wenn die Zeit schon nicht schneller läuft, kann ich wenigstens dafür sorgen, dass ich mich ablenke. Gesagt. Getan.

Entstanden ist ein ganzes Spendenprojekt, dass in nur 2 Monaten vier Frauen aus dem ärmsten Slums von Bangalore einen 4-fachen Monatslohn ermöglicht hat. Es war das erste Mal, dass ich das Unsichtbare, nämlich das Potential der Frauen, in eine Idee umgewandelt habe. Nämlich Weihnachtskarten zu basteln und in Deutschland zu verkaufen. Wir haben aus den einfachsten Dingen tolle Sachen gemacht. Aus Stoffresten, die sonst im Müll gelandet wären und Recyclingpapier tolle handcraft Karten hergestellt, von denen jede einzelne eine Geschichte hatte. Nachmittag für Nachmittag saßen wir, nachdem alle Kinder nach Hause gegangen waren, im Kindergarten und haben gebastelt. Wir haben viel gelacht und uns trotz einiger erheblicher Sprachbarrieren toll verstanden. Eines Nachmittags kamen alle vier mit ihren Schminkutensilien inkl. Henna, um mich zu verschönern. Das Ergebnis dazu seht ihr bald, wenn nochmal ein paar Impressionen zu Indien kommen 😀 (So viel vorab: Inderinnen mögen es gerne etwas aufregender – Dezent ist da nicht so angesagt 😀 ) . Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt in der indischen Kultur noch nie so wohl gefühlt. Die Motivation bei den Frauen war riesig, denn ich hatte erzählt, dass bei uns an Weihnachten gerne Karten verschenkt werden und so hatten wir uns als Ziel gesetzt, in zwei Monaten 400 Karten zu basteln. Wer damals meinen Blog verfolgt hatte, gehörte vielleicht zu denjenigen, die ein Paket direkt aus Indien mit gefühlt 20 verschiedenen Briefmarken erhielten.

Ich werde den Tag nie vergessen, als ich Mary und ihren Freundinnen, mit Tränen in den Augen 20.000 Rupien überreichen konnte.

Ich hatte mein Bestes gegeben. Und gewonnen.

Diese Erfahrung hat mich so unglaublich weit nach vorne gebracht, dass ich noch heute bei dem Gedanken daran eine enorme Motivation verspüre. Ein Glücksgefühl, Dankbarkeit und eine Menge Stolz über das, was wir da geschaffen haben. Es hat mir gezeigt, welche enorme Schöpferkraft in einem Menschen steckt – auch wenn dieser gerade erst 19 Jahre alt ist!

Barrieren und Hürden existieren im Kopf – sonst nicht. Nicht für mich. Nicht mehr.

Ich glaube aus tiefstem Herzen, das ALLES, wirklich ALLES möglich ist – denn wenn man erlebt hat, wie etwas vorher unmöglich Geglaubtes doch am Ende funktioniert – ja welche Bestätigung braucht es dann noch?

Wer weiß, wo meine Reise hingeht. Keine Ahnung. Aber ich glaube so sehr an das Gute und daran, dass ich mein Potential gebrauchen möchte, dass ich weiß, dass es gut wird.

Vielleicht gibt es eine Sache, vor der du zurückschreckst. Eine Sache, die du machen möchtest, aber dir nicht zutraust. Oder es gibt gähnende Leere in deinem Leben und du suchst nach etwas, was dir Befriedigung gibt. Langeweile und Leere sind die Basis für neue Projekte. Schmerz, Wut und Trauer der Beste Antrieb, um Schöpferkraft zu wecken.

Versuche dich in neue Gewässer aufzumachen und entdecke das Potential das in dir steckt. Es ist in dir. Davon bin ich zu 1000% überzeugt!

Pack es an!

In diesem Sinne & bis bald 🙂

Alte Talente neu entdeckt

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Ich hoffe, ihr seid genauso gut in diese Woche gestartet wie ich. Ich habe beschlossen, dieser auch einen Namen zu geben: Die Woche der neu entdeckten (alten) Talente.

Talente schlummern in jedem von uns. Und sie sind genauso vielfältig und bunt wie der Besitzer. Als Kind musste ich ein bisschen suchen, denn meine Talente lagen wohl in etwas anderen Bereichen wie die der anderen Kinder. Das ist mir besonders immer im Sportunterricht aufgefallen. Sobald es hieß „wir turnen heute“ wollte ich die Flucht ergreifen. SOFORT WEG. Turnen…fand ich immer schrecklich und werde ich immer schrecklich finden. Heute kann ich darüber lachen, dass meine Mutter mit mir extra in eine Sporthalle gehen musste, um die Vorwärtsrolle zu üben – früher fand ich das überhaupt nicht witzig… Ich schien so talentfrei in Sachen Sport zu sein, wie man nur sein kann. Das bewies ich immer wieder aufs Neue, als ich mir beim Handstand abrollen das Knie mehrere Male gegen die Nase schlug.

Der Sportunterricht war für einige Schüler DIE Plattform, wo sie zeigen konnten, was sie können. Plötzlich war der 5er Kandidat das Sportass und der Nerd der Letzte, der auf der Bank saß und wartete, dass er in ein Team gewählt wurde (z.B. ich 😀 ).

Als Kind kann man das noch nicht wirklich differenzieren, dass es Talente oder eben plakativ Schulfächer sind, die den einen Kindern mehr liegen und den anderen weniger. In der Schule muss man in allem gut sein. Das System verlangt es so. Und eine 4 ist der Beweis, dass man gerade noch damit durchkommt. Was machen Schüler also? Sie fokussieren sich auf die 4 im Zeugnis, nehmen Nachhilfe in Mathe (oder Sport, Rolle vorwärts üben und so 😀 ) und versuchen mit ach und krach sich zu verbessern. Später werden uns dann die Fächer im Kopf bleiben, in denen wir keine Genies gewesen sind, aber unsere Talente und Stärken, die wir haben, vergessen wir. Dabei liegt gerade hier das Potential.

Ein anderes Beispiel: Ich singe ja, seitdem ich 13 Jahre alt bin. Hatte jahrelang Gesangsunterricht und habe vereinzelt auf Bühnen gesungen. Fast immer im Vergleich mit anderen Schülern. Ein Ereignis bleibt mir besonders im Kopf, als ich ein Lied performte (Maria Mena – Just hold me), dass damals eine echte Herausforderung für mich gewesen ist. Dieses Lied sang ich nicht allein, sondern im Duett mit einer hervorragenden Sängerin. Ihr könnt Euch vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, wie der absolute Vollhorst. Dieses Erlebnis setzte sich fest, sodass ich auf das Singen schon keine Lust mehr hatte und glaubte, ich hätte dafür kein Talent. Ein Glück, dass der Knoten irgendwann geplatzt ist, sonst hätte ich jetzt das wunderschönste Hobby der Welt nicht für mich entdeckt.

Aus Talent wird Leidenschaft

Bleiben wir beim Singen. Früher war es ein Graus für mich auf der Bühne zu stehen, heute singe ich bei jeder Gelegenheit (an alle Hochzeitswilligen – ich hab noch ein paar Termine frei 😛 > mail me ). Es tut gut zu wissen, wo die eigenen Stärken liegen, was man kann und vor allem: Womit man sich selber eine Freude machen kann! Für mich gibt es nichts Schöneres als ein leeres Haus, ein Mikrofon und meinen Laptop – it’s showtime babe!

Leidenschaft ist eine ganz wichtige Sache im Leben. Ohne Leidenschaft fehlt der Antrieb und der Sinn. Die Frage „wofür mache ich das eigentlich“ stellt sich nicht mehr. Ich mache es für mich. So ist es auch mit meinem Job. Ich mache die Aufträge natürlich auch aus finanziellen Gründen, klar, wer nicht. Aber ich genieße es, sagen zu können, dass ich das, was ich tue, aus Leidenschaft mache.

Ein Luxus , den ich jedem von Euch nur wärmstens empfehlen kann. Es erfordert Arbeit und ein vielleicht auch längeres Suchen, aber es lohnt sich!

Geht mal zurück zu euren Ursprüngen, eurer Kindheit, eure Schulzeit. Vielleicht werdet ihr schon bald fündig werden! 😉