Lass uns wieder mutig sein! Eine Hommage an die Liebe in Zeiten der Krise

Allgemein

Achtung, heute wird es tragisch-romantisch. Grund dafür ist ein Interview, das ich neulich erst im Deutschlandfunk gehört habe. Zu Gast war eine Psychologin, die darüber sprach, dass die Scheidungsraten nach einer gesellschaftlichen Krise, wie wir sie derzeit mit Corona erleben, dramatisch ansteigen.

Ich dachte längere Zeit darüber nach und mir wurde klar, dass sie leider vermutlich damit recht hatte.

Ist es nicht so, dass wir derzeit wie Löwen im Käfig in unseren vier Wänden sitzen mitsamt Partner und Familie? Mal ehrlich, wann haben wir das letzte Mal so viel Zeit miteinander verbracht, wie wir momentan gezwungen sind zu verbringen? Ja, wir werden gezwungen Zeit mit der Familie und mit unserem Partner zu verbringen und wer sich an den einen oder anderen Urlaub erinnert weiß, dass da nicht immer alles voller Sonnenschein-Stimmung gewesen ist.

Derzeit treffen nicht nur extreme, äußere Umstände mit inneren Ängsten zusammen. Sondern wir sind auch noch gezwungen, diese Ängste innerhalb der Familie abzufangen und auszuhalten. Da sind die Kinder, die fragen, warum der Kindergarten geschlossen hat, warum sie nicht auf den Spielplatz und warum sie ihre Freunde nicht sehen dürfen. Da ist der Partner oder die Partnerin, der nun im HomeOffice sitzt und versucht, all die Tätigkeiten und Abläufe, die sonst am Arbeitsplatz ihre Daseinsberechtigung haben, in den Familienalltag zu integrieren. Ein Telefonmeeting mit dem Chef nach dem Frühstück, eine Abgabefrist bis übermorgen, eine unlösbare Aufgabe bis nächste Woche. Derzeit liegen Job und Familie wohl so nah beieinander wie noch nie.

Der Alltagsrhythmus ist nicht zum Erliegen gekommen, sondern er hat sich komplett geändert! Dieser Stress, der sonst auf maximal sechs Wochen Sommerferien beschränkt war, gilt nun vorerst auf unbestimmte Zeit. Ein Zustand des Ausharrens und des Aufeinander-hockens. Ein Zustand der Angst und Ungewissheit. Und vor allem: ein Zustand, in dem die Emotionen aller Familienmitglieder auf engstem Raum gebündelt werden. Da kann es auch mal ungemütlich werden.

Plötzlich sehen wir unseren Partner vielleicht mit anderen Augen. Uns fallen Dinge auf, die uns nach einem 8-Stunden-Arbeitstag nie gestört haben. Doch plötzlich treibt uns das herumliegende Paar Socken in den Wahnsinn. Auch, wenn wir glauben, dass diese aktuelle Corona-Situation nichts mit uns macht – glaube mir – sie macht unbewusst ganz viel mit uns. Sie bringt Chaos und sorgt dafür, dass wir unseren eigenen Ängsten von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Doch wir müssen uns mit diesen Ängsten konfrontieren, um sie besiegen zu können.

Unsere Partner können uns diese Ängste nicht abnehmen. Aber manchmal ist es genau unser Gegenüber, das uns diese Ängste widerspiegelt. Unser inneres Chaos, unsere Zerrissenheit, unsere Unsicherheit, unseren kleinen Selbstwert, unsere Angst vor seelischen Verletzungen, unsere Traurigkeit, unsere Selbstaufgabe oder unser Davonlaufen.

„Der Partner ist der wichtigste Spiegel in unserem eigenen Zuhause, denn in ihm sehen wir das, was uns am meisten fehlt.“

– La petite Anni

Wenn es das nächste Mal ungemütlich wird, weil du wegen bestimmten Eigenschaften deines Partners aus der Haut fährst, sei dankbar. Sei dankbar für diese Situation , denn sie hält die Erkenntnis für dich bereit, was dir selbst am meisten fehlt. Erkenne es an.

Ich glaube nicht, dass die Scheidungsraten nach einer Krise steigen, weil gestritten wird. Streit kann Erkenntnisse bereit halten. Die Scheidungsraten steigen meiner Meinung nach, weil unachtsam gestritten wird. Wir lernen nichts aus den Streitereien, sondern sie enden in sinnlosen Schuldzuweisungen dem anderen gegenüber. Den eigenen, persönlichen Mangel, der dahinter steckt und die Chance, diesen zu erkennen und zu beheben, verpassen wir. Und wenn wir nicht aufpassen, versäumen wir so nicht nur die Chance auf inneren Frieden, sondern womöglich auch die Chance auf die Liebe unseres Lebens.

„Streit entzweit. Die Liebe vereint. Die Erkenntnis verbindet.“

– La petite Anni

Schau dir deinen Partner genau an. Erinnerst du dich an die schönen Zeiten zurück? An das erste Date? Das Kribbeln im Bauch? Ich war immer so aufgeregt, dass ich Stunden vorher nichts essen konnte. Einmal habe ich mich in der Uhrzeit vertan und musste zwei Stunden warten, weil ich vor lauter Aufregung alles verwechselt hatte. Ja wir sind naiv, blauäugig, durcheinander und ziemlich süß, wenn wir verliebt sind.

Gebt der Liebe die Chance, die sie verdient. Diese Liebe ist es nicht wert aufgrund einer Krise bekämpft zu werden.

Abschließen möchte ich diesen Artikel mit einem eigenen Gedicht, das ich meinem eigenen, wunderbaren Mann zum Valentinstag diesen Jahres gewidmet habe. ❤

Lass uns wieder mutig sein! (Gedicht)

Dieser Artikel hat dir gefallen?

Dann freue ich mich über eine kleine Spende ❤

€1,00

Erkenne dich und werde frei

Allgemein

Guten Morgen mein/e Liebe/r. Zumindest ist es bei mir gerade morgens. Ein ruhiger, genussvoller Sonntagmorgen, 06.45 Uhr. Draußen ist es noch dunkel und da ich gerade in einem Hotelzimmer gegenüber von Berlins Hauptbahnhof bin, kann ich trotz der Frühe schon einiges beobachten. Ein Taxi hält und fährt, Busse entlassen Menschen am Eingang und die Straße wird allmählich voller. Die Lichter der umliegenden Hochhäuser erhellen die Stadt. Es ist so als ob dieser Moment mir sagt: „Siehst du Anne, das ist Leben. Die Stadt ist lebendig.“ Und noch während ich über diesen Satz nachdenke, was Leben eigentlich ist, zücke ich schon meinen Laptop und beginne zu schreiben.

„Leben ist mehr als das, was wir augenscheinlich glauben zu sehen. Leben beginnt da, wo die Augen aufhören zu sehen.“

– La petite Anni

Ich durfte gestern an einem so unglaublich schönen Event teilnehmen. Als ich im Vorfeld gefragt wurde, was das für ein Event wäre, wusste ich selbst nicht mal so recht, wie ich das nennen sollte. Ein Meditationsevent? Ein Motivationsevent? Eine Show? Ich hatte einfach absolut keine Vorstellung. Letzten Endes war es das Abschlussevent einer kleinen spirituellen Reise, einem Kurs, den ich Anfang Januar begonnen hatte.

Oktober letzten Jahres stand ich an einem Punkt, an dem ich mit der Art wie ich lebte, nicht mehr weiter leben konnte. Ich war mit meinen Ansichten und Werten so unglücklich und befand mich in einem fast unaufhaltbarem Zwiespalt. Ich war erschrocken wie weit ich mich von mir entfernt hatte. Denn ohne es zu wissen, hatte ich mir über viele Jahre hinweg ein Kartenhaus auf Treibsand gebaut. Und dieses Kartenhaus drohte jeden Moment einzustürzen. Es rüttelte und wackelte und mir begegneten Situationen, die mir das immer wieder vor Augen hielten. Ich bekam große Angst. Denn ich wusste, dass mir dieses drohende Schicksal den Boden unter den Füßen wegreißen würde und das konnte und wollte ich nicht. Nicht für mich. Nicht für meine Familie. Also begann ich nach Möglichkeiten und Antworten Ausschau zu halten. Ich öffnete mich für neue Wege und vor allem entwickelte ich die Bereitschaft, mich wirklich ändern zu wollen.

Während eines Spaziergangs trafen Worte direkt in mein Herz. Sie haben alles verändert. Denn ich begann plötzlich zu begreifen. Ich begriff innerhalb einer Sekunde worum es ging. Ich erkannte diese ungeheuer große Möglichkeit, die in mir lag und dass der Schlüssel für Veränderung ich selbst bin.

Du bist der Schlüssel für Veränderungen. Jeder trägt diesen Schlüssel in sich. Sei mutig und mach dich auf den Weg, um ihn zu finden.

– La petite Anni

Seit Oktober suche ich nun mit aller Sehnsucht nach diesem Schlüssel. Es ist der Schlüssel zum eigenen Herzen.

Wir leben in einer Gesellschaft in der viele Menschen ihr Herz, bewusst oder unbewusst, verschlossen haben. Negative Erfahrungen, Enttäuschungen, Intrigen, Belastungen, Schmerz – all das lässt uns unser Herz verschließen. Wir glauben, dass dies uns vor neuen, schlimmen und schmerzhaften Momenten schützen wird. Aber das tut es nicht. Jede Negativität, jede schmerzhafte Erfahrung wird unser Herz mehr und mehr verschließen bis wir irgendwann an einem Punkt stehen, wo wir tiefe Traurigkeit verspüren und nicht wissen warum. Wir machen jeden und alles für unsere Traurigkeit verantwortlich. Wir suchen einen Schuldigen, auf den wir all unseren Ärger und unsere Wut laden können, was nicht selten unsere Partner, Kinder oder Menschen sind, dir wir im Inneren besonders lieben. Wir suchen so verbittert und voller Schmerz nach einem Schuldigen. Bis wir erkennen, dass es keinen Schuldigen gibt. Bis wir erkennen, dass es niemanden gibt, der die Verantwortung für unser Leben übernimmt. Außer wir selbst.

Es erscheint dir vielleicht merkwürdig, wenn ich dir sage, dass der erste Schritt auf dem Weg zu mehr Frieden in dir ist, dir einzugestehen, dass du schon viel zu lange nach einem Schuldigen suchst. Du hoffst, dass jemand eine Hand hebt und sagt „komm, gib schon her, ich regle das alles für dich. Leg dich mal aufs Sofa. Ich kümmere mich um deine Probleme. Ich führe das schwierige Gespräch, ich gehe für dich zum Sport, ich fahre für dich zur Arbeit. Ich esse, trinke, schlafe für dich und wenn es sein muss, gehe ich für dich aufs Klo.“

Es ist etwas überspitzt, aber verstehst du was ich meine? Diesen jemand gibt es nicht. Denn dieser jemand bist du. Steh auf und fange an Verantwortung für all die kleinen und großen Dinge zu übernehmen, die dir am Tag begegnen. Es ist der wichtigste und erste Schritt, um sich aus dem Verließ zu befreien, in dem so viele Menschen sitzen.

Ich habe gestern viel geweint, fremde Menschen umarmt, Liebe geschenkt und erhalten und das wichtigste: Ich habe vergeben. Ich habe all die Lasten, all die Momente vergeben, die mein Herz noch immer verschlossen haben. Ich habe Verantwortung übernommen und damit wieder einen Meilenstein auf meinem Weg geschafft, der Mensch zu werden, der ich werden möchte.

Frei. Erfüllt. Dankbar. In Liebe & ein Licht in dieser Welt.

Ich wünsche dir einen wunderbaren Sonntag.

Mögen die richtigen Worte dein Herz berühren.

Deine Anne