#Corona-Special: Und plötzlich steht die Welt still.

Allgemein

Erinnerst du dich, was du vor rund vier Wochen an jenem Tag erlebt hast? Ich erinnere mich sehr gut. Es war der Tag, kurz nach der Ansprache einiger Ministerpräsidenten, dass die Schulen und Kindergärten schließen werden. Ein noch nie da gewesenes Szenario wurde plötzlich Realität. Und spätestens jetzt merkten wir, dass dieses Corona-Thema wohl doch nicht so harmlos war wie wir in unseren Freundeskreisen bis dato immer behauptet hatten.

Einige Tage später lauschten wir der Ansprache von Angela Merkel, in der uns die Notwendigkeit des Kontaktverbotes als unumgänglicher, einziger Weg vorgestellt wurde. Kurze Zeit später passierte das, was kaum einer für möglich gehalten hätte: Der absolute wirtschaftliche und soziale Shutdown.

Und plötzlich steht die Welt still.

Ich habe als Kind immer zu Gott gebetet, dass ich bitte nie nie niemals einen Krieg in meinem Leben miterleben muss. Es war und ist eine meiner größten Ängste, die ich in mir trage. Denn die Angst, die Kontrolle über mein Leben zu verlieren und andere über mein Schicksal entscheiden zu lassen, sorgt bei mir noch heute für Magenschmerzen. Es ist kein Krieg, in dem wir uns befinden. Aber es ist eine Vorstufe davon, was es heißt, als geschlossene Gemeinschaft einem Feind gegenüber zu treten. Covid-19.

Momentan verharren wir in einem Art Schwebezustand. Wir hoffen, dass das Schlimmste vorbei ist und wir beten, dass wir vor Schlimmeren bewahrt werden. Es ist eine Ausnahmesituation, die wir uns so nie gewünscht haben und doch sind wir nun alle Zeitzeugen von einer Pandemie, die in die Geschichtsbücher eingehen wird.

Mit der Schließung der Schulen und Kindergärten kam für viele Familien die Frage auf, wie der alltägliche Lebensunterhalt finanziert werden soll. Was man dem Chef sagt. Die Frage, ob ein HomeOffice machbar ist oder ob man den Job überhaupt behalten wird. Die Angst, dass die Kinder den Anschluss in der Schule verlieren oder womöglich eine Klasse wiederholen müssen. Die Sorge, dass diese Krise womöglich Wochen und Monate unsere Freiheit beeinträchtigen wird. Und schlussendlich die Frage, wie wir unsere Liebsten vor dieser Krankheit schützen können.

…die Frage, wie wir unsere Liebsten schützen können.

Diese Frage ist von allen die alles entscheidende. Diese Frage ist es, die uns momentan in diesem Notfallmodus überleben lässt. Diese Frage ist es, die uns dazu bringt, über unsere Grenzen zu gehen.

Und daher MUSS es diese Frage sein, die derzeit die einzige ist, die zählt. Aus der Liebe zu unserer eigenen Familie und zu unseren Kindern verspüren wir nun auch Liebe für Menschen, die wir gar nicht kennen. Wir entwickeln eine ungeheure Stärke, die uns jeden Tag von neu die Herausforderung annehmen lässt. Neue Wege kommen auf, neue Ideen streifen unseren Verstand. Neue Einfälle und Vorhaben ja sogar Pläne entwickeln sich. Und das ist es, was uns in dieser Krise zusammenschweißt.

Lasst uns daran denken, wie stark jede/r Einzelne von uns im gegenwärtigen Moment ist.

Alle, die jeden Tag in den Krankenhäusern ihr Leben aufs Spiel setzen, um Erkrankten zu helfen.

Alle, die unsere Supermarktregale füllen und dafür sorgen, dass wir keinen Hunger leiden müssen.

Alle, die die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten.

Aber auch …

Alle Eltern, die ihre eigenen Ängste zurückhalten, um ihren Kindern das Gefühl von Frieden zu geben.

Alle Optimisten, die das Licht am Horizont sehen, das für viele noch unsichtbar ist.

Alle Nachbarn, Freunde und Fremde, die in diesen Tagen hilfsbedürftige Menschen mit Alltagsdingen versorgen.

Alle Vermieter, die in dieser Zeit die Mieten erlassen.

Alle Sportler und Geschäftsleute, die bereit sind, Millionen ihrer Gehälter zu spenden.

Alle Politiker, die versuchen, die drohende Krise abzufedern.

Behaltet dieses Gefühl der Überlegenheit, der Stärke und des eisernen Willens im Herzen. Denn es werden wieder Tage kommen, an denen wir uns fragen werden, ob wir diesem oder jenem gewachsen sind. Es werden Tage kommen, an denen wir uns klein fühlen und glauben, nichts besonderes zu sein. Und spätestens dann lohnt es sich zurückzublicken und sich zu sagen: Ich habe mich von der Corona-Pandemie nicht entmutigen lassen – diese Sache hier ist ja wohl ein Klacks dagegen.

Haltet durch ihr Tapferen – das Licht am Horizont ist erkennbar.

Eure La petite Anni

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