Möge die Musik Euer Herz berühr’n

Allgemein

Was ist der Unterschied zwischen einem Beruf und einer Berufung? Diese feine Nuance, diese Differenzierung durch das Ergänzen einer einzigen Silbe, macht in der Wortbedeutung einen riesigen Unterschied. Ich habe lange, lange, ja wirklich sehr lange, nach meinem perfekten Beruf gesucht. Und habe geglaubt, ihn gefunden zu haben. Bis ich merkte, dass nicht der Beruf die Erfüllung im Leben bringt, sondern das Ausleben der eigenen Berufung.

Dieses Jahr steht unter dem Motto der Hingabe. In keinem Beruf habe ich so viel Hingabe erfahren wie in der schöpferischer Tätigkeit. Dinge zu kreieren, Neues zu schaffen, sich mit seiner Kreativität zu verbinden – all das erfordert Hingabe.

Seit diesem Jahr widme ich mich wieder mehr und mehr der Künstlerin in mir. Und so ist mein neues Projekt entstanden, das ich den Namen „Herzmelodien“ gegeben habe.

Die Welt der Musik eröffnete sich mir mit meinem ersten absoluten Lieblingslied: My heart will go one. Himmel, habe ich diesen Song gefeiert! Den ganzen Kindergarten habe ich damit angesteckt, da ich morgens immer meine Kassette mit dem aufgenommen Radiomitschnitt mitnahm und erstmal ordentlich dazu abtanzte. Yes, das war mein Hit und ich merkte, wie sehr ich in der Musik aufging. Von dem Zeitpunkt an, war ich nicht mehr zu bremsen. Mit meiner Blockflöte begleitete ich zuhause jeden Song, der mir gefiel – ganz zum Leid meiner Eltern. 😀

Später lernte ich dann ein anständiges Instrument – die Geige – kennen (auch wenn ich eigentlich lieber Klavier gespielt hätte). Da meine Liebe zur Geige dann doch nicht so groß war, beschloss ich in meinen Teenagerjahren, dass ich unbedingt einmal so singen will wie Alicia Keys. Und so kam ich schlussendlich zum Gesang.

All die Jahre sang ich viel für mich – studierte insgeheim Lieder ein, die ich aber nie vorführte. Irgendwas an meinem Talent war mir peinlich und so verschloss ich diese Gabe vor meiner Außenwelt. Aber es erfüllte mich. Auch wenn ich es nur für mich tat.

Da Hingabe mein Jahresmotto ist und sich diese sehr oft in der Kreativität widerspiegelt, heißt es auch für mich, mich nun endlich der Musik mit meiner vollen Emotionsbandbreite hinzugeben.

Es ist nicht peinlich und nichts wofür man sich schämen sollte. Emotionen sind weder eine Schwäche noch etwas, was man verstecken muss. Emotionen machen Menschen menschlich. Sie machen authentisch, nahbar, echt und das Wunderschönste ist – sie verbinden Menschen.

Viele von uns spielen eine Rolle im Außen. In der Hoffnung, dass ihr wahres Wesen nicht erkannt wird. Das ist sehr schade. Denn ich persönlich möchte nicht länger die Masken der Menschen bewundern. Nicht länger Honig ums Maul schmieren für all die Erfolge, die sie feiern. Will mich nicht einreihen in die Schlange der Beglückwünschungen und Beweihräucherung für all die Heldentaten, die aber insgeheim nichts über den Menschen aussagen. Ich möchte Echtheit. Ich möchte Verbundenheit und den Menschen in dem sehen, was er ist.

Musik, so glaube ich, ist ein Schlüssel zum Herz. Und wer die Gabe hat, Musik zu machen, sollte sie nutzen. Gebrauchen, um ein Herzöffner zu sein. Um Menschen in den Tiefen des Lebens und in Lebenshochphasen zu berühren. Musik vermag so viel. Sie tröstet, sie spiegelt Freude wider, sie beschützt, sie inspiriert, sie gibt dem perfekten Moment die letzte Note. Musik ist magisch. ❤

Zum Abschluss möchte ich euch ein ganz ganz tolles Beispiel und für ich riesiges Vorbild zeigen, das ich in einer Staffel von The Voice Senior entdeckt habe. Es ist faszinierend anzuschauen und zeigt, wie wunderschön es ist, sich seiner Musik voll hinzugeben. Vorhang auf:

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