Hingabe – mein Wort des Jahres 2020

Allgemein

Dieses Wort „Hingabe“ ist mir während einer Meditation zur Wintersonnenwende begegnet, als ich auf meiner Yogamatte lag.

Jetzt wo ich diesen Satz lese muss ich schmunzeln, denn es klingt schon so selbstverständlich. Ich muss dazu sagen, dass ich bis vor ein paar Monaten, der unachtsamste und entspannungsfernste Mensch war, den man sich nur vorstellen kann. Meine bisherige Einstellung zum Thema Yoga und Entspannung war „Meditieren? Ne, da schlaf ich immer ein!“ 

Ich habe mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, tagsüber eine Entspannungshaltung einzunehmen. Denn jede Minute, in der ich bildlich die Füße hochlege, war für mich pure Zeitverschwendung.  

Heute, ein paar Wochen später hat es Klick gemacht und ich kann nicht mal richtig sagen warum. Plötzlich und aus dem Nichts hat sich mein Denken neu ausgerichtet. Ich erkenne, wie sinnlos vieles war, was ich machte und wie schnell das Hamsterrad drehte, in dem ich mich bewegte. Höher, schneller, weiter, … bis? Ja bis was? Bis ich eines Tages nicht mehr aufstehen kann weil meine Kraft mich verlassen hat? Bis ich durchdrehe und Hals über Kopf meine Sachen packe und untertauche? Bis ich gesundheitlichen Schaden bekomme?

Ja das „bis was“ möchte ich gar nicht erfahren, denn Gutes kann es nicht sein. 

Daher bin ich zutiefst dankbar über diesen (man kann wirklich sagen) Sinneswandel, denn er bewahrt mich vor Gott weiß was. 

Kehren wir zurück zu meiner Yogastunde. Inzwischen kann ich mich gut auf Meditationen einlassen und da ich ein sehr bildhafter Mensch bin, habe ich auch keine Probleme damit, Dinge „zu sehen“. Während ich den sanften Klängen der Musik lausche und mich in tieferen Spähren meines Bewusstseins befinde, taucht plötzlich ein geschnörkelter Schriftzug vor meinem Auge auf. Es ist ein weicher Schriftzug, handschriftlich und feminin. Auf irgendeine Art und Weise drückt es Liebe für mich aus. Und als ich genauer hinsehe, lese ich das Wort, das es bildet: Hingabe .

Auf der Rückfahrt nach Hause habe ich nochmal über dieses Wort nachgedacht und ich glaube, es ist ein tolles Wort für mein nächstes Jahr. Eine Art Motto. Ein Stern unter den ich das, was ich tue stellen möchte. Ein Anker, der mich daran erinnert, aus welcher Motivation heraus ich die Dinge mache. 

Hingabe. 

Ich liebe dieses Wort. Denn es klingt so harmonisch, rund und ganzheitlich. (Spätestens jetzt dürftet ihr mein Sternzeichen erraten haben. Waagen lieben nunmal alles, was sich in Harmonie befindet :-D) 

Jetzt in diesem Moment merke ich, wie sehr ich diese Harmonie brauche und wie sehr ich dieses Bedürfnis in den letzten Jahre abgrundtief missachtet habe. 

Hingabe wird mein Wort für das Jahr 2020.

Hingabe in der Familie.

Hingabe in meinem Beruf.

Hingabe in meinen Freundschaften.

Hingabe im Blick auf andere.

Und ganz besonders: Hingabe im Moment.

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