Was mein Jahr 2019 und eine Schokoladen-Diät gemeinsam haben

Allgemein

Was für ein Jahr! Ok, das sage ich fast immer am Jahresende, aber in diesem Jahr denke ich mir nur: Crazy, was für ein Jahr?!!!!

Neulich kam mir das perfekte Sinnbild dafür: Mein Leben glich in diesem Jahr einer Schokoladen-Diät. Warum? Das möchte ich euch nun erzählen!

Wir haben am Anfang vom Jahr erstmal unseren großen Umzug zurück aus Rostock verdauen müssen. Unser Leben fühlte sich an, als ob wir durch eine Zeitmaschine geschleudert wurden. Wild, unglaublich schnell und am Ende ist man ein bisschen verwirrt, dass man sich nun an diesem Ort der Erde befindet. 

Es war verrückt. 

Im Februar begab ich mich das erste Mal alleine auf eine kleine Reise nach Rom. Es ist eine wunderschöne Stadt, die mich sehr inspiriert hat. Seit langer Zeit war ich mal wieder „nur ich.“ Keine Ehefrau. Keine Mama. Keine Unternehmerin. Sondern die Backpackerin wie einst vor 7 Jahren, als ich ebenfalls durch die Welt reiste. Ich genoss diesen Zeitsprung zurück, lief pro Tag bestimmt um die 20 Kilometer und saugte neue Eindrücke auf. 

Zurück zu Hause begann ich mich in die Arbeit zu stürzen. 2019 sollte mein Erfolgsjahr werden! Ich hatte mich mit positivem Mindset umgeben, wie das die Businesspeople heutzutage tun. Speaker, die darüber berichten, dass im Leben alles möglich sei, dass man an sich glauben müsse und nie ans Scheitern denken sollte. Ich war beflügelt von all dem und beschloss kurzerhand mein zum damaligen Zeitpunkt ruhendes Master-Studium wieder aufzunehmen.

Ich wollte alles – ohne Rücksicht auf Verluste.

Mein Fleiß und mein Ehrgeiz zahlten sich aus. Schon im Juni befand ich mich auf eine der wichtigsten Veranstaltungen des Handels, sprach mit Firmenvorständen deutscher Großunternehmen und gewann einen von ihnen sogar als neuen Kunden. Besser gings nicht! Als ich dann im September zu einer exklusiven Veranstaltung nach Berlin ins Adlon Kempinski eingeladen wurde, war das für mein Ego unglaublich erfüllend. Ich konnte mein Glück kaum fassen. 

Auch in Sachen Beziehung lief es super. Ich kam endlich aus meiner „grauen Mäuschen“ Rolle hervor (ja, ich war ein ziemlich graues Mäuschen, das sich nichtmal traute, farbige Kleidung anzuziehen. Mein Denken war geprägt von „neee, dies und jenes macht man nicht“). Auch hier änderte ich meine Meinung und ich trat aus der introvertierten Welt in die extrovertierte Welt. Ich teilte mein Leben auf Social Media und war über so viel positive Resonanz ganz erstaunt. 

Mein Leben war eine Steilfahrt nach oben.

Wer schon einmal eine Schokoladen-Diät gemacht hat (ich habs nicht, aber kann es mir ziemlich gut vorstellen) weiß, was passiert: Man isst konsequent und ausschließlich Schokolade. Den ganzen Tag. Frühstück: Schokolade. Mittagessen: Schokoladen, usw. Das Ziel davon? So viel Schokolade zu essen, bis man so die Nase voll davon hat, dass man sie nie wieder anrührt. 

Konsumieren bis einem schlecht wird sozusagen. 

Ja und da sind wir wieder bei mir. 

Ich habe sooo viel im Außen konsumiert in diesem Jahr. Zu viel. Ich habe so viel Anerkennung bekommen wie schon lange nicht mehr. Habe meinem Ego so viel Futter gegeben, dass es vor Stolz fast platzte. Und habe dabei nicht bemerkt, wie leer mein Herz eigentlich war. Es herrschte gähnende Leere in mir. 

Wie groß diese war, erkannte ich an meinem Geburtstag, als ich die Karte einer langjährigen und guten Freundin in der Hand hielt auf der stand: 

„Liebe Anne, ich weiß gar nicht, was ich dir noch wünschen soll. Denn du hast ja bereits alles.“ 

Ich bin im Nachhinein sehr sehr dankbar für diese Karte, denn sie hat mir die Augen geöffnet. Ich las die Zeilen und dachte mir „ja verdammt, warum bist du nicht glücklich? Du hast doch alles!“ Und da wurde mir plötzlich bewusst, wie unachtsam wie gedankenlos ich mein Leben lebte und das alles, was nach außen strahlte in mir nicht ankam. 

Mein ganzes Licht war im Außen zu finden statt in mir. Ich blendete mein Umfeld und mich selbst und das wurde mir in diesem Moment schlagartig bewusst.

Ich fragte mich, wessen Leben das ist, das ich gerade lebe. Denn es fühlte sich sehr fremd an.

Also beschloss ich allmählich Dinge zu hinterfragen.

Damit habe ich im September angefangen und ich bin heute noch in dem Prozess, Dinge, Ansichten und Glaubenssätze zu hinterfragen, die ich nie angerührt habe.

Es ist ein Prozess des Loslassens, des sich-bewusst-werdens aber auch des Befreiens. Ich befreie mich von dem Drang, mein Leben in der Spur halten zu müssen, weil man dies und jenes eben von mir erwartet. Ich habe meine Erwartungen an mich radikal zurückgeschraubt.

Und mich von Dingen losgerissen, an denen ich mich verzweifelt festgeklammert habe, aber die einfach nicht in mein Leben passen wollen. 

Ich habe Vorstellungen gehen lassen. 

Und am Ende hat es sich sogar richtig gut angefühlt, dem größten Gegner endlich die Stirn geboten zu haben und zu sagen: So Ego, mit mir nicht mehr! Ab sofort spielst du nach meinen Spielregeln!

Pünktlich zum Fest der Liebe habe ich es geschafft, die Liebe in mir selbst zu finden.

Und das ist das größte Geschenk, das ich mir machen konnte. Ich wünsche dir von ganzem Herzen das auch du den Mut hast, auf dein Leben zu blicken und in die hinein zu hören. Zu lauschen, ob das wirklich echt ist, wer du bist, ob du Wärme und Liebe dir gegenüber spürst oder ob du glaubst, den ganzen Tag nur funktionieren zu müssen. Ich wünsche dir Mut und Zuversicht, Hoffnung und Glaube, dass das Leben nur das Beste für dich bereit hält.

In diesem Sinne wünsche ich dir

Frohe und gesegnete Weihnachten ❤

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